iPad von Apple
… sehr geeignet für Kommunikation,  aber nicht nur zur Kommunikation!

In Beratungsgesprächen zur Unterstützten Kommunikation (UK) werden in der Beratungsstelle Haslachmühle den Familien die verschiedenen Möglichkeiten und Methoden vorgestellt, die für ihr nicht- oder wenig sprechendes Kind geeignet scheinen. Es gibt eine ganze Menge an Hilfen, vom einzelnen laminierten Bildsymbol, über Bildseiten mit zahlreichen Symbolen oder Fotos, angeordnet an Schlüsselringen, in kleinen Einsteckalben, in Ringbüchern. Für fortgeschrittenere Nutzer sind die Bildsymbole in DIN A 4-Ordnern nach Kategorien geordnet. Diese beinhalten neben dem Randvokabular (Themen nach Kategorien) auch das wichtige Kernvokabular, die sogenannten „kleinen Wörtern“, die einen sehr hohen Anteil an unserer Sprache haben.

Des weiteren gibt es zahlreiche elektronische Geräte, die für den Nutzer sprechen können – einfache Taster, wie der BIGmack oder Little-Step-by-Step, statische Geräte, wie die GoTalk-Reihe bis hin zu den komplexen Talkern, wie z. Bsp. Tobii, Dynavox, SmallTalker, Accent 1000 etc.. Diese sind bestückt mit Bildsymbolen, entweder mit sprachlich selbst aufgenommenen Wörtern und Sätzen oder mit synthetischen Stimmen, die nach Druck auf die Tasten oder Felder den programmierten Text wieder geben.

Egal, welche Methode aus der UK angewandt wird:

Ein ganz grundlegendes wichtiges Mittel und Voraussetzung, um die Lust auf Kommunikation zu wecken, ist die Motivation aller Beteiligten!

KommunizierenSeit es das iPad gibt, wächst die Lust dieses Gerät für nicht- oder wenig sprechende Menschen zur Verständigung und zur Kommunikation einzusetzen. Das iPad scheint alle anderen Geräte in den Schatten zu stellen! Es ist klein, leicht, modern, in der Nutzung intuitiv und einfach, da der Aufbau des Gerätes klar strukturiert ist. Und vor allem: es ist ein „cooles“ Gerät! Mit Kamera für Foto und Video, (Lern-) Spielen und allen anderen erdenklichen Apps. Es gibt reichhaltiges Zubehör einschließlich gut schützender Hüllen (z. Bsp. „Survivor“ von Griffin, „Cooper Cases Dynamo„, „Otterbox“ u.a.), über Halterungen bis hin zu anschließbaren Tastern. Beinahe täglich kommen Neuerscheinungen auf den Markt.

Mittlerweile kann man sagen – hat man sich einmal mit den zahlreichen Möglichkeiten des iPads etwas näher beschäftigt, lässt es einen nicht mehr los! In den letzten drei Jahren ist die Entwicklung rasant fortgeschritten und es gibt keine Beratung in der Beratungsstelle Haslachmühle, während der nicht nach dem iPad gefragt wird. Das iPad von Apple ist zu einer sehr beliebten Kommunikationshilfe geworden.

Mit einer Hilfsmittelfirma über die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zum iPad.

Verschiedene Hilfsmittelfirmen bieten mittlerweile Geräte auf der Basis des iPads an, ausgestattet mit entsprechenden Apps zur Kommunikation. Mit einem stabilen Rund-Um-Gehäuse, teilweise mit Tragegriff wird das empfindliche iPad geschützt und die zusätzlichen Lautsprecher, eingebaut in diesem Rahmen, bieten eine verbesserte Lautstärke. Sie tragen z. Bsp. den Namen „Rehatalkpad“, „HE-Kommunikator“, „VoicePad“ oder „AssistivePad2-Kommunikator“ und können nach entsprechend begründetem Antrag bei der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) von dieser genehmigt und in der Regel als Dauer-Leihgerät genutzt werden.

RehaTalkPadVoicepadHE-Kommunikator Light II

Häufig sind diese Geräte mit der AppMetaTalkDE“ und/oder der App „GoTalkNow“ bestückt, außerdem ist eine Sammlung mit Bildsymbolen (z. Bsp. Metacom-Bildsymbole oder Symbolstix) enthalten.

MetaTalkDEGoTalkNOW

Weitere Apps (zum Spielen und Lernen) können mittlerweile auch bei einem Leihgerät der Krankenkasse privat über den App-Store von Apple gekauft und installiert werden. Dazu benötigt man wie bei einem privaten iPad einen eigenen Account (Zugang) im App-Store. Bezahlt werden kann hier entweder über eine Kreditkarte oder mit iTunes-Gutscheinen, die in fast jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt erhältlich sind. Die Hilfsmittelfirmen bieten nach einer ersten ausführlichen Beratung und Vorstellung ihres iPad-basierten Gerätes, auch später, nach der Genehmigung durch die Krankenkasse und Anschaffung einen umfassenden Service an. Manch einer fragt sich jetzt vielleicht, „Wozu braucht man diesen Service?“

Einige Probleme, die plötzlich auftauchen können…
Probleme

Nach meinen Erfahrungen kann es auch beim iPad zu Problemen kommen – wie bei allen Computern. Zum Beispiel funktioniert plötzlich die Kommunikations-App nicht mehr richtig oder das Gerät ist gar „abgestürzt“. Es kann dabei zu Defekten und Datenverlusten kommen. Es kann auch sein, dass bei einem Gerät vergessen wurde, die Kindersicherung einzurichten, die gewisse Funktionen des iPads beschränkt und als Folge löscht der Nutzer aus Versehen die bereits individualisierten Apps. Wichtig: Die Kindersicherung schützt auch vor ungewolltem Kaufen oder Installieren von Apps.
Die Hilfsmittelfirmen bieten über ihre jeweilige Hotline umfassende Beratung und Hilfestellungen an. Im schlimmsten Fall muss das Gerät eingeschickt werden zur Reparatur. Diese Kosten übernimmt meist die Krankenkasse.

Datensicherung unbedingt notwendig! 
OK

Wichtig ist daher, dass die Daten des iPads von Zeit zu Zeit gesichert werden, also sogenannte Backups gemacht werden. Mit diesem Backup können nach einem Defekt die Daten auf dem Gerät wiederhergestellt werden. Da alle Geräte der Firma Apple in sich geschlossene Systeme darstellen, funktioniert das Sichern von Dateien über iTunes (Mac/PC), in der „Apple iCloud“ oder bei dem Online-Dienst „Dropbox“. Dabei wird in der Regel das komplette iPad gesichert und die Daten lassen sich nur komplett wiederherstellen. Es gibt dabei auch Ausnahmen: z. Bsp. die App GoTalkNow kann als eigene Datei gesichert werden.

Ist das iPad nun das bessere Gerät zur Kommunikation, der bessere Talker?
besser

Obwohl es zahlreiche Schwierigkeiten durch das in sich geschlossene Apple-System gibt, z. Bsp. Umwege beim Abspeichern, kein einfaches Ausdrucken von Inhalten, fehlende Schnittstellen zwischen den Apps, kein einfaches Übertragen per USB usw.

„Trotzdem sind die Apple-Geräte ein Segen für das Feld der Unterstützten Kommunikation. Denn wenn man nicht den Anspruch hat, dass ein iPad oder iPhone alle Probleme gleichzeitig lösen muss, findet man eigentlich nur positive Aspekte an ihnen.“ „Und selbst wenn ein Gerät mangels altrnativer Eingabemethoden nicht gut für einen Anwender bedienbar sein mag, so kann man doch Teile der Vokabularstruktur seines Talkers darauf umsetzen und es ergänzend in Therapie und Unterricht einsetzen… “ (Uli Ehlert in isaac`s Zeitung Unterstützte Kommunikation 4-2012, Seite 6, 7 und 8)

„Soll ein iPad jedoch einen Talker ersetzen, sollte man sich der Unterschiede bewusst sein. Nur für den Teil der Anwender wird dies gut möglich sein, deren Bedienparameter nicht allzu komplex sind…“ (ebenda, S.8)   (Anmerkung: gemeint sind z. Bsp. Körperbehinderungen, extreme motorische Einschränkungen)

Nicht nur für das iPad gibt es zahlreiche Tricks –
also Anwendungsmöglichkeiten, die Eltern, Erzieher und Lehrkräfte kennen und nutzen sollten!
kennen, wissen

Der Umgang mit dem iPad und jedem anderen elektronischen Gerät auch – so intuitiv und einfach die alltägliche Nutzung erscheint – funktioniert auf Dauer nicht, ohne sich mit den Feinheiten, Einstellungen des Gerätes, der Verwaltung und Individualisierung der Apps und erstellten Vorlagen und Seiten, zu beschäftigen. Dazu gibt es Handbücher, Literatur, Info-Materialien, Foren im Internet. Das heißt:

JEDER, der einen Nutzer mit einem elektronischen Gerät betreut, sollte offen sein, für diese moderne Technik, ihre Hintergründe und Nutzung, um das Kind, den Jugendlichen gut begleiten zu können. Nur mit diesen Kenntnissen ist in allen Lebensbereichen (Elternhaus, Wohngruppen, Schule) eine bestmögliche Förderung und Unterstützung möglich.

Wo bekommt man weitere Infos über das iPad, Apps und Zubehör?

 

Quellen:

Bildsymbole „Metacom
isaac`s Zeitung Unterstützte Kommunikation 4-2012, Seite 6, 7, 8

 

Das iPad von Apple – ein moderner Tablet-PC …
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