Ein Ratgeber für Eltern, pädagogische Fachkräfte, Therapeuten und Ärzte
von Barbara Giel, erschienen im Schulz-Kirchner Verlag

„Die ‚Ratgeber für Angehörige, Betroffene und Fachleute‘ vermitteln kurz und prägnant grundlegende Kenntnisse (auf wissenschaftlicher Basis) und Hilfestellungen zu ausgewählten Themen aus den Bereichen Sprachtherapie, Ergotherapie und Medizin. Die Autor(inn)en der Reihe sind ausgewiesene Fachleute, die seit vielen Jahren in der Therapie, in der Beratung und in der Aus- und Weiterbildung tätig sind.“ (Auszug aus dem Vorwort zur Reihe)

Die Autorin Dr. Barbara Giel ist Dipl.-Sprachheilpädagogin und systemische Familientherapeutin. Seit über 20 Jahren arbeitet sie mit Kindern mit Down-Syndrom und anderen genetischen Syndromen. Sie ist im Zentrum für Sprachtherapie Moers tätig und leitet das dortige Zentrum für Unterstützte Kommunikation.

Zum Buch:

„Kinder mit Down-Syndrom haben eine verzögerte Sprachentwicklung, sprechen häufig undeutlich und haben manchmal Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Sprechen und kommunizieren zu können, ist aber eine Grundlage für die Teilhabe in Familie, Kindergarten, Schule und später im Beruf. Der Ratgeber wendet sich deshalb an alle Personen, die mit Kindern mit Down-Syndrom kommunizieren und beantwortet häufige Fragen zum Thema Sprachförderung und Förderung der Nahrungsaufnahme.“ (Auszug aus dem Covertext)

Zum Inhalt:

In den ersten Kapiteln schreibt Frau Dr. Giel über das Hören und andere Voraussetzungen für Sprache, Sprechen und Kommunikation. Dabei verdeutlicht sie, dass bei Kindern mit Down-Syndrom (DS) zahlreiche medizinische Auffälligkeiten auftreten können. Sie erläutert unter anderem, dass eine vorliegende Beeinträchtigung des Hörens großen Einfluss auf die Sprachentwicklung hat.

Bei Kindern mit DS besteht eine Sprachentwicklungsstörung (SES), daher benötigen sie Unterstützung in ihrer Sprachentwicklung. Diese sollte eine allgemeine Sprachförderung und eine spezifische Förderung im Rahmen von Sprachtherapie umfassen. Die Autorin gibt zahlreiche Hinweise zu beiden Formen der Unterstützung unter Berücksichtigung der Aussprache, der Entwicklung des Wortschatzes und des Sprachverständnisses und erläutert die frühe Förderung der Kommunikation und Sprache anhand von praktischen Beispielen:

Ab Seite 22: Die Autorin beschreibt, wie das Baby mit DS bereits in den ersten Wochen und Monaten im Alltag gefördert werden kann. Es gibt außerdem zahlreiche Ideen zur Förderung im Kindergarten- und Schulalter und was Bezugspersonen beachten sollten, wenn Fingerspiele, Lieder und Reime mit Spaß und Freude erlernt werden sollen. Dabei sind häufige Wiederholungen in Form von Ritualen, eine einfache Sprache, auch begleitet mit Gebärden wichtig. Auch  die Förderung der Eigeninitiative des Kindes durch Ermöglichung von eigenen Entscheidungen und das Aufgreifen der Interessen des Kindes gehören dazu.

Ab Seite 30 beginnt der umfangreiche Themenbereich „Unterstützte Kommunikation“ und wie mit diesen Methoden die Kommunikationsmöglichkeiten bei eingeschränkter oder fehlender Lautsprache angebahnt, unterstützt und gefördert werden können. Dabei geht die Autorin auch auf die Gebärden ein, die Kinder mit DS bei der Sprachentwicklung unterstützen können: sie erwähnt verschiedene Gebärdensysteme in Deutschland und plädiert dafür, dass regional geschaut werden muss und möglichst nur mit dem in der Region überwiegend verwendetem Gebärdensystem mit dem Kind geübt wird. Weiterhin beschreibt sie Voraussetzungen für den Einsatz von Gebärden, und dass Gebärden eine sprachanbahnende und sprachunterstützende Funktion haben. Wenn Kinder gelernt haben, ein Wort lautsprachlich zu äußern, lassen sie die Gebärde von selbst weg. Dazu gibt es wissenschaftliche Studien die belegen, dass die Entwicklung der eigenen Lautsprache durch Gebärden und andere Maßnahmen aus der Unterstützten Kommunikation nicht verhindert wird.
Die Autorin erwähnt in diesem Kapitel weitere Methoden der Unterstützten Kommunikation, wie z. Bsp. Fotos und Bildsymbole auf Karten oder Tafeln (nicht-elektronische Kommunikationsformen). Außerdem schildert sie elektronische Kommunikationsformen mit einfachen Tastern und verschiedenen Geräten mit Sprachausgabe bis hin zu komplexeren Geräten (kleine Computer).
(Anm.: Tablet-PCs werden nicht erwähnt).
Sie schildert auch die wichtigen Voraussetzungen, die das Umfeld des Kindes mit DS erfüllen sollte, damit die Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation erfolgreich sein können. Zahlreiche Literaturhinweise beenden dieses Kapitel.

Ab Seite 40 findet man weitere interessante Kapitel, die die vielfältigen Möglichkeiten einer gezielten Förderung der Kinder mit DS abrunden:

  • Sprachförderung durch das Konzept „Frühes Lesen“
  • Nahrungsaufnahme, Mundatmung & Co
  • Stottern, Poltern, Mutismus, Stimmstörungen und verbale Entwicklungsdyspraxie
  • Kognition bei Kindern mit Down-Syndrom
  • Rituale und Regeln in Familie und Gesellschaft – (nicht nur) zur Sprachförderung
  • Gemeinsam zum Ziel – Die Herausforderung der Zusammenarbeit…
  • Der Weg zur Sprachtherapie
  • Adressen von Elternverbänden, Selbsthilfegruppen und Organisatoren
  • Glossar

Das Buch ist im örtlichen Buchhandel oder beim Ariadne Buchdienst zu erhalten unter der ISBN 978-3-8248-0876-2

Sprach- und Kommunikationsförderung bei Kindern mit Down-Syndrom
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