„Wenn Menschen die Lautsprache nicht oder nur eingeschränkt nutzen können, müssen wir eine alternative Sprache finden. Das können Gebärden, Symbole oder elektronische Hilfsmittel sein. Aber wie können wir diese Sprache vermitteln? Wenn Kinder sprechen lernen, haben sie Vorbilder. Kompetente Kommuniaktionspartner, die ihnen vorleben, wie man mit Lautsprache kommuniziert. Auch UK- Nutzer brauchen Vorbilder, damit sie ihre alternative Sprache erlernen und zur Kommunikation einsetzen können. Mittels Modelling können wir vorleben, wie man mit Gebärden, Bildsymbolen oder elektronischen Kommunikationshilfen kommuniziert. Dabei orientieren wir uns an der normalen Sprachentwicklung und wollen UK-Nutzern damit ähnliche Rahmenbedingungen ermöglichen wie die, unter denen lautsprachliche Kinder sprechen lernen.“

Diese kurze Einführung steht auf der Rückseite des Umschlags und hat mich gleich sehr neugierig auf das Buch „Modelling in der Unterstützten Kommunikation“ gemacht!

Ja, dieses Buch steckt tatsächlich voller Ideen zum Thema „Modelling in der UK“ und zum Gelingen im Alltag.

„Wenn ein Kind nicht so lernen kann, wie wir es anbieten,
sollten wir einen Weg finden, den das Kind gehen kann.“
(frei nach Ignacio Estrada)

Im ersten Teil des Buches erfahren die Leser, was „Modelling“ ist und wozu es gebraucht wird.
Dabei wird die Sprachentwicklung des kleinen Kindes verglichen mit Menschen, die nicht „so einfach“ in die Lautsprache kommen und daher alternative Kommunikationsmittel benötigen.

Warum ist es aber so schwer eine alternative Sprache zu erlernen? Egal ob es sich dabei um Gebärden, Bildymbole oder ein elektronisches Gerät handelt, es zeigt sich im Alltag immer wieder, dass es mit der Kommunikation nicht recht klappen will. Ganz oft zweifeln Lehrer und Eltern daran, ob das ausgesuchte Hilfsmittel das Richtige ist…

Wer dieses Buch liest merkt, dass Modelling sehr facettenreich ist – es umfasst nicht nur Vor- und Nachmachen! Modelling sollte möglichst alle Lebensbereiche durchdringen, denn genauso lernt ein Kleinkind im Laufe der ersten Lebensjahre das Sprechen! Dabei ist Modelling kein Unterricht, sondern lebendige Kommunikation! Die Bezugspersonen sind dabei Vorbild und nutzen in diesen kommunikativen Situationen die gleiche UK-Sprache!

Im Laufe des Buches wird deutlich, wie umfangreich unsere Kommunikation ist und wozu wir sie nutzen!

„Modelling – das ist der Weg zur Sprache!“

mit diesen Worten können die Zeilen von Ignacio Estrada ergänzt werden!

Der zweite Teil des Buches heißt „Modelling im Alltag“ und bietet auf etwa 50 Seiten zahlreiche Anregungen für die Praxis im Elternhaus, Kindergarten und Schule. Auch für Jugendliche und Erwachsene finden sich Beispiele und Ideen, denn grundsätzlich können beim Modelling alle Interessen des UK-Nutzers einbezogen werden!

Meine Rezension endet mit einem Zitat von den Seiten 45-46:
„Manche UK-Nutzer stehen nicht nur am Beginn ihrer UK-Erfahrungen, sondern ihrer Kommunikatonserfahrungen allgemein. Sie wissen noch nicht WOZU wir miteinander kommunizieren, WIE das mit einem Kommunikationspartner funktioniert und dass man mit Kommunikation nicht nur etwas einfordern, sondern auf vielfältige Weise kommunizieren kann. Hier ist es unsere Aufgabe, im Alltag in für den Nutzer individuell bedeutsamen (und somit interessanten) Situationen mit UK zu modeln. So können wir nicht nur bedeutsame Wörter zeigen, sondern auch, wie man in solchen Situationen miteinander redet, wie wir fragen, erzählen, kommentieren usw.“ (Zitat Ende)

Fazit: sehr empfehlenswert, 5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Buch „Modelling in der Unterstützten Kommunikation“ von Claudio Castaneda, Nina Fröhlich und Monika Waigand ist 2017 erschienen. Es kostet Euro 19,90 und kann bei ukcouch bestellt werden.
ISBN 978-3-947464-00-5

Das Bildsymbol „Modelling“ ist von Annette Kitzinger, DVD Metacom-Symbole

 

UK macht Spaß! – Vorbild sein durch Modelling

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